Zuerst das Ziel, dann der Name
Die häufigste Reihenfolge bei der Speaker-Auswahl ist die falsche: Zuerst wird nach bekannten Namen gesucht, danach überlegt man, was der Vortrag bewirken soll. Sinnvoller ist der umgekehrte Weg. Soll der Vortrag inspirieren, informieren, ein Umdenken auslösen oder den Abend rahmen? Aus dieser Antwort ergibt sich das Profil.
Die sechs Kriterien, die wirklich zählen
- Thematische Passung: Beherrscht der Speaker euer Thema aus eigener Praxis — oder referiert er Sekundärliteratur?
- Zielgruppenverständnis: Kennt er die Sprache und die Probleme eures Publikums?
- Individualisierung: Wird der Vortrag angepasst oder von der Stange gehalten?
- Bühnenerfahrung: Gibt es Videomaterial von echten Auftritten, nicht nur ein Show-Reel?
- Referenzen: Sprechen frühere Veranstalter über Wirkung — oder nur über Sympathie?
- Zusammenarbeit: Wie reagiert er im Erstgespräch auf kritische Rückfragen?
Typische Fehler bei der Auswahl
Ein bekannter Name ist kein Qualitätsmerkmal für euer spezifisches Publikum. Prominenz erzeugt Anmeldungen, aber nicht zwangsläufig Wirkung. Ebenso riskant ist die Auswahl allein über den Preis: Ein günstigerer Speaker, der am Publikum vorbeiredet, ist die teurere Entscheidung.
Der dritte klassische Fehler ist ein zu spätes Briefing. Wer den Speaker zwei Tage vorher über die Zielgruppe informiert, bekommt zwangsläufig einen Standardvortrag.
Fragen für das Erstgespräch
- Wie würden Sie diesen Vortrag für unsere Branche anpassen?
- Welche drei Botschaften soll das Publikum mitnehmen?
- Was brauchen Sie von uns, um den Vortrag passgenau zu machen?
- Wie gehen Sie mit einem gemischten Publikum aus Führung und Fachebene um?
- Können wir mit einem früheren Veranstalter aus unserer Branche sprechen?
Was ein Corporate Speaker kostet
Die Honorarspanne im deutschsprachigen Raum ist breit und hängt von Bekanntheit, Vorbereitungsaufwand und Dauer ab. Entscheidend ist weniger die absolute Zahl als das Verhältnis: Was kostet eine Stunde eures Publikums — und was soll sie bewirken? Seriöse Speaker nennen ihr Honorar transparent und erklären, was darin enthalten ist.
Der Ablauf einer guten Zusammenarbeit
Erstgespräch, Briefing, Anpassung, Auftritt, Nachbereitung: Wer diese fünf Schritte einplant, bekommt keinen Vortrag von der Stange, sondern eine Keynote, die zu eurem Anlass passt. Und genau daran erinnert sich das Publikum am Montag danach noch.

